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1. Apr
08

„Im Finale räumten wir mit den vier gleichzeitig gezündeten Nuklearwaffen jegliches Missverständnis aus, dass unsere Gegner uns den Sieg wegschnappen könnten.“

Der Geschwindigkeitsrausch führt Dignitas auf die deutsche Autobahn und anschließend weiter nach England.

Zu unseren Aufgaben als Teammitglieder von Dignitas gehört unter anderem auch die Unterstützung unserer Sponsoren. Sie sind gewissermaßen das Fundament, das unser Team trägt. Sie liefern nicht nur das Equipment für unser Training, sondern auch die Ressourcen für unsere Teilnahme an Events. Angesichts dieser Umstände scheint es nicht mehr als recht und billig, dass wir als Gegenleistung ein wenig unserer Zeit opfern. Unsere Unterstützung kann vielerlei Formen haben: von Ratschlägen zu Websites, Produkten und Promotions bis hin zu Auftritten in der Öffentlichkeit.

Letzteres führte mich vor kurzem nach Deutschland, auf die legendäre CeBIT. Zwei unserer Sponsoren, Abit und Razer, fragten an, ob Dignitas mit einem Unterhaltungsprogramm ihr Profil bei der Messe etwas aufpeppen würde – und kaum etwas Anderes zieht die Massen so sehr an wie Wettkämpfe, bei denen es Preise zu gewinnen gibt ... oder wie wir es nennen: „Show-Matches“!

Gleich nach dem CPL-Erfolg sollte ich also vor den tosenden deutschen Massen Need for Speed: Pro-Street spielen! Da ich zweimaliger UK World Cyber Games Champion (mit früheren NFS-Titeln) bin, schien diese Entscheidung logisch, allerdings hatte ich noch nie Pro-Street gespielt und eine öffentliche Blamage epischen Ausmaßes schien wie ein Damoklesschwert über mir zu hängen. Glücklicherweise konnte ich diesem Schicksal entkommen. Nach einem etwas bedrohlich wirkenden ersten Tag (mit zwei Niederlagen in acht Rennen), verteidigte ich für den Rest der Woche meinen makellosen Rekord (und damit meinen Ruf).

Nachdem ich diesen Promotion-Auftritt für das Team erledigt hatte, wartete ich zu Hause ungeduldig auf die i33, das größte LAN-Event in Großbritannien. Ein World-in-Conflict-Wettbewerb war zwar angekündigt worden, allerdings wollte aufgrund des geringen Preisgelds kein europäisches Team daran teilnehmen. Das wiederum bedeutete, dass es wohl unser Schicksal sein würde, den Sieg nach Hause zu bringen … und tatsächlich räumten wir im Finale mit den vier gleichzeitig gezündeten Nuklearwaffen jegliches Missverständnis aus, dass unsere Gegner uns den Sieg wegschnappen könnten.

Selbst wenn uns der WiC-Sieg nicht vorbestimmt gewesen wäre, wäre dieser Wettkampf nur ein kleiner Teilaspekt des i33-Events gewesen. Das Event ist unglaublich gut organisiert, und – was noch wichtiger ist – es zieht Unmengen von Leuten an, die einfach nur Spaß und eine gute Zeit haben wollen. Natürlich finden sich hie und da Störenfriede unter den Teilnehmern, was zum Teil ganz schön nervig sein kann, aber meiner Meinung nach gehört die i33 zu den besten LAN-Events in ganz Europa.

Die i34 sollte sogar noch besser werden, da das Event zu einer neuen und größeren Location umzieht – Stoneleigh Park. Am neuen Veranstaltungsort werden auch Paintball-Wettkämpfe ausgetragen werden, und es sind bereits Gedanken über einen Kampf bis zum Tod mit den 4 Kings laut geworden!

1. Apr
08

„Nach unserem Triumph mussten wir jedoch einen Preis dafür bezahlen.“

Wachablöse?

Vor dem Finale der CPL World Tour drehte sich jeder Tag um World in Conflict. Kurz vor dem Event hätte ich schwören können, dass die Bilder und Töne des Dritten Weltkriegs bereits in meine Träume eingedrungen sind! Unser Erfolg im Finale verdrängte jedoch diese Gedanken und machte Platz für die Erkenntnis, dass wir uns den Sieg nach der Berg- und Talfahrt und der harten Arbeit des letzten Jahres voll und ganz verdient hatten. Nach unserem Triumph mussten wir jedoch einen Preis dafür bezahlen.

Low-Life und ich – die einzigen Überlebenden des Teams von April 2007 – waren nach den Kämpfen und Anstrengungen eines ganzen Jahres voll intensivem Gaming völlig ausgelaugt und entschieden daher, eine Pause einzulegen. Obwohl wir beide zuversichtlich waren, die online WiC-Szene nach unserem spannenden CPL-Sieg zu dominieren, war ein Wunsch noch überwältigender: der relativ unbedeutenden Sache mehr Beachtung zu schenken, die allgemein als das echte Leben bekannt ist.

In gleicher Weise wie ein Athlet gelegentlich von der Bildfläche verschwindet und X Monate im Gebirge trainiert, haben sich einige meiner Freunde anscheinend mit dem Gedanken abgefunden, dass ich aufgrund meines Trainingsplans zum MSN- oder Telefon-Kontakt verkümmert bin. Außerdem muss ich mich um noch eine Kleinigkeit kümmern: Da ich kurz vor dem Finale zu arbeiten aufgehört hatte, um meine Chancen auf den Sieg zusätzlich zu vergrößern, muss ich mir einen neuen Job suchen. Erst wenn diese Hürden überwunden sind, kann ich mich mit der entsprechenden seelischen Verfassung zu einem neuen Trainingsplan verpflichten.

Ich denke, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und wie ich schon zuvor angedeutet hatte, ist es unheimlich wichtig, zwischen dem Wettkampf-Gaming und den anderen persönlichen Interessen ein Gleichgewicht zu schaffen. Ich kämpfe zwar seit nahezu 8 Jahren im E-Sport auf Profiebene, aber – noch – wage ich nicht anzudeuten, dass meine Wettkampfzeit vorüber ist. Sollte dies aber zutreffen, wird der CPL-Erfolg ein gebührender und beständiger Abschluss für meine E-Sport-Karriere sein.

25. Feb
08

„In der ersten Nacht verging kaum ein Moment, in dem nicht einer von uns Spekulationen anstellte, wie groß das Risiko eines Überfalls sei.“

Dignitas bereit für Angriff bei CPL World Tour in London

Unser Team traf bereits zwei Tage vor dem großen Ereignis in London ein. Energetic, Cleric und Low-Life kamen mit dem Flugzeug aus Stockholm und Pureball mit dem Zug aus Sunderland. Im Gegensatz zur amerikanischen Etappe der World Tour, wo wir im Hotel Hilton untergebracht waren, mussten wir dieses Mal mit einer in der Innenstadt gelegenen Jugendherberge Vorlieb nehmen. Die Behauptung, wir hätten angesichts dieser Unterkunft ein ungutes Gefühl verspürt, wäre schlichtweg untertrieben. In der ersten Nacht verging kaum ein Moment, in dem nicht einer von uns Spekulationen anstellte, wie groß das Risiko eines Überfalls sei.

Nachdem wir am nächsten Morgen feststellten, dass wir – offensichtlich – die Nacht unbeschadet überstanden hatten, machten wir uns zum Veranstaltungsort auf. Die Gamerbasis war nicht schwer zu finden. Schließlich war sie im berühmten Londoner Trocadero untergebracht. Und die Suche wurde zusätzlich erleichtert, als wir vor dem Gebäude unsere Hauptrivalen Reason und D/C geduldig warten sahen. Der folgende Tag verging mit Vorbereitungen, Strategiebesprechungen und Medieninterviews, und nur die gelegentliche Abwechslung mit Warcraft 3 und Call of Duty 4 hielt uns bei gesundem Verstand.

Am nächsten Tag verbrachten wir die erste Stunde mit dem Setup. Die Community-Managerin Emma Jones (Mir) von Massive war dabei von unschätzbarer Hilfe. Unsere ersten Gegner, Lowerstroft, waren schnell geschlagen. Nachdem sie aus dem Weg geräumt waren, war die Bühne frei für unser Duell mit D/C. Es entbrannte ein harter Kampf um die Farmland-Map, aber wir gingen als Sieger hervor und sicherten uns einen knappen, aber akzeptablen Sieg nach Punkten (etwa 120 – 80). Dann kam die Schreckensnachricht: Inferno eSports hatte das Team Reason Gaming geschlagen. Das Ergebnis hatte zur Folge, dass D/C und Reason im Loser Bracket gegeneinander antreten würden, was für uns ein Traumszenario war.

Wir richteten unsere Konzentration auf das nächste Game, in dem wir gegen Inferno eSports kämpfen würden. Diese Jungs waren in den Wochen vor dem Turnier unsere Haupttrainingspartner gewesen, und uns war bewusst, dass es schwierig sein würde, sie zu überraschen. Wie sich herausstellte, hielten sie eine Überraschung für uns bereit. Glücklicherweise konnten wir durch gut eintrainierte Abläufe den Sieg für uns entscheiden.

Erst mehrere Stunden später stand fest, dass D/C unser Gegner im Finale sein würde. Wir strichen Farmland aus der Kartensammlung und nach ein paar weiteren Streichungen fiel die Entscheidung auf Hometown. Wir spielten als UdSSR und entschieden den Sieg innerhalb der ersten sechs Minuten für uns, was meiner Meinung nach jeden erstaunte, einschließlich uns selbst. Und nach einem so schnellen Sieg schien es nahezu unmöglich, dass wir das Rückspiel verlieren könnten. Dafür müsste uns D/C in noch kürzerer Zeit schlagen.

Unser Vertrauen wurde jedoch nahezu vollständig erschüttert, als unsere Gegner einen äußerst aggressiven Angriff starteten, der kurz die Gefahr barg, dass genau diese schier unmögliche Situation eintreten würde. Nichtsdestotrotz gelang es uns, die Wucht unserer Gegner zu bremsen und während wir in Folge auf der Karte unterlagen, gewannen wir mit einem beachtlichen Zeitunterschied.

Unser Sieg ist die perfekte Stärkung für unser Team, das während der letzten Monate seinen gerechten Anteil an Tiefschlägen einstecken musste. Nun besteht die Herausforderung darin, dass wir uns weiterhin konsequent auf das große Finale vorbereiten, denn es wäre geradezu fahrlässig, wenn aus unserem Selbstvertrauen zu diesem Zeitpunkt Selbstüberschätzung würde.

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