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Die unterschiedlichen Perspektiven auf Trackmania

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  • Autor: Pedro ‘Moriah’ Benjamin

 

 

Ein wichtiger Faktor, den Trackmania-Spieler oft übersehen, ist, welchen Einfluss die gewählte Kameraeinstellung auf ihren Fahrstil hat. Auf den ersten Blick erscheint das vielleicht nicht als große Sache, aber wenn man das höchste Level erreicht, sieht man, wie sich der Fahrstil der Spieler je nach Kameraposition unterscheidet. In diesem (sehr subjektiven) Artikel werde ich über die nicht ganz so offensichtlichen Unterschiede zwischen den verfügbaren Kameras sprechen. Jede von ihnen kann dem Spieler entweder helfen oder ihn behindern, ich werde euch erklären, wie man herausfindet, welche am besten auf euch zugeschnitten ist. Da der Start von Trackmania 2 (welches dieselben Kameraeinstellungen beinhaltet) ansteht, ist nun ein guter Zeitpunkt, um die optimale Einstellung für euch herauszufinden.

Es gibt drei spielbare Kameras in Trackmania (die vierte ist eine unspielbare freie Perspektive). Die entfernteste Kameraeinstellung nenne ich #1, diejenige direkt hinter dem Auto #2 und die „First Person“-Perspektive #3. Diese Namen entsprechen den jeweiligen Ziffern auf dem Numpad.

Kamera #2
(von renommierten Spielern wie d.Bergie und Frostbeule benutzt)

Wieso fange ich mit Kamera #2 an? Weil es die Standardeinstellung ist, wenn man das Spiel startet! Sie ist relativ nahe hinter dem Auto, leicht erhöht positioniert. Das erlaubt es euch, die Strecke vor euch deutlich wahrzunehmen. Ihr werdet feststellen, dass das Auto, sobald ihr lenkt, dezentralisiert wird. Der vordere Teil des Autos dreht sich vom Mittelpunkt am Heck weg, dabei verliert man etwas an Kurveneinsicht (was euch wiederum etwas effektiver Reaktionszeit beraubt). Das ist ein wirklicher Nachteil in vielen Situationen wie schnellen Kurven, Sprüngen, dem Fahren auf Dirt (großer Sichtverlust), Loopings (sehr großer Sichtverlust) und Wall-Riding. Verglichen mit Cam #1 ist Kamera #2 nahe am Boden, weswegen ihr in der Lage sein müsst, intuitiv zu reagieren. Wenn ihr zuversichtlich seid, dass ihr der Herausforderung gewachsen seid und mit weniger Streckeneinsicht zurechtkommen könnt, könnte diese Kameraeinstellung perfekt für euch sein.

Die beste Eigenschaft der Kamera #2 ist, dass man aufgrund der Boden- und Autonähe die Fahrtrichtung besser kontrollieren kann, als mit den anderen beiden. Man kann Kurven extrem effektiv bewältigen, Rammsteine besser ausnutzen, Bugs vermeiden und, besonders wichtig, ihr werdet in einem Wettrennen mit anderen (auf einer LAN oder online) weniger von euren Gegnern abgelenkt.

Kamera #1 (benutzt von d.Moriah und Carl)

Bei Kamera #1 sieht man auf den ersten Blick keinen großen Unterschied zu Kamera #2, doch die höhere und vom Auto weiter entfernte Kameraposition macht viel aus. Die Kurveneinsicht ist phänomenal, wodurch ihr eure Fahrtlinie viel besser voraussehen könnt und euch nicht auf eure Intuition verlassen müsst. Wer diese Kameraeinstellung wählt, dem fällt auf, dass das Auto sich nicht so weit von der Bildschirmmitte entfernt, wie es das mit Kamera #2 würde. Das Auto wird sozusagen von der Kamera blockiert und obwohl das zunächst seltsam und unbeholfen aussehen mag, gewöhnt man sich schnell daran.

Dass die Kameraposition so weit vom Auto entfernt ist, hat jedoch auch ernste Nachteile. Man kann nicht so nah wie mit Cam #2 an Wände heranfahren, außerdem ist es fast unmöglich, einen Looping oder Wall-Ride korrekt auszuführen. Wer jedoch eine bessere Streckenübersicht einer intuitiven Fahrweise vorzieht, sollte diese Kameraperspektive wählen.

Kamera #3 (benutzt von d.Karjen und d.Carljr)

Dies ist die radikalste Kamera im Spiel. Trackmania ist ein sehr schnelles Rennspiel und diese „First Person“-Kamera betont diese Tatsache. Man sieht sein Auto nicht, da die Kamera direkt vor der Stoßstange positioniert ist, nur Zentimeter vom Boden entfernt! Man verliert unglaublich viel Übersicht und sieht meist nur die Hälfte oder drei Viertel einer Kurve, was diese Einstellung zur intuitivsten und in meinen Augen zur skill-intensivsten macht.

In jeder Kurve muss man sich besonders auf seine Instinkte verlassen und die beste Linie für die nächste voraussehen können. Zunächst mag man glauben, dass es unmöglich ist, mit dieser Kameraeinstellung zu fahren, doch wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, wird man entdecken, welche Vorteile man mit dieser Kamera besitzt. Selbst ohne die Reifen zu sehen, hat man mit der Zeit keinerlei Probleme mehr, totale Kontrolle und Präzision in jede Kurve zu bringen. Man wird so nah wie nur möglich an Wände heranfahren können, ohne Angst haben zu müssen, sie zu berühren, wie mit den anderen beiden Kameras. Die Kontrolle und Übersicht bei Wall-Rides und Loopings steht hierbei den Schwierigkeiten bei Sprüngen, Rammsteinen und Airbrakes gegenüber – Techniken, für die man sich einen Instinkt aneignen muss.

Zusammenfassung

Wie nicht anders zu erwarten war, hat jede Kameraeinstellung ihre Vor- und Nachteile, man muss sich also fragen, welche am besten den eigenen Fahrstil unterstützt. Vielleicht kann es auch helfen, jede Kamera für eine Weile (1-2 Wochen) auszuprobieren und versuchen herauszufühlen, welche sich am angenehmsten fährt. Wer bestimmte Charakteristika der verschiedenen Kameras mag, könnte es auch wagen, mehrere Perspektiven während einem Rennen zu benutzen! Es gibt einige Profis, die mit zwei oder sogar drei Kameras fahren! Es klingt wahrscheinlich sehr verwirrend und schwer, aber wenn sie es können, warum nicht ihr?
 

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